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Entwicklung der Industrieregion Lausitz

Über eine Million Bürgerinnen und Bürger leben in der Lausitz, die eine Hälfte im sächsischen, die andere Hälfte im brandenburgischen Teil der Wirtschaftsregion. Die Lausitz ist auch das zweitgrößte deutsche Braunkohlerevier, in dem etwa 13.000 Arbeitsplätze von der Braunkohle abhängig sind.

Trotz wachsender Bedeutung der erneuerbaren Energien leistet die Braunkohle nach wie vor einen unverzichtbaren Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie. Sie dient als verlässliche Brücke zu erneuerbaren Energie und sorgt für bezahlbaren Strom.

Strukturwandel braucht Zeit

Ein Mann in einem Anzug, links daneben steht folgendes Zitat: „Deutschland braucht eine effiziente Energieversorgung zu vernünftigen Preisen. Deswegen können wir auf die Braunkohle als heimischen Energieträger nicht verzichten.“

Für die wirtschaftliche Strukturentwicklung brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen. Die Menschen, die Unternehmen, die Kommunen in der Lausitz benötigen Zeit, um neue wirtschaftliche Betätigungsfelder zu entwickeln.

Ein ganz wesentlicher Fokus muss hierbei auf den Entwicklungspotenzialen der Bestandsunternehmen liegen. Diese sind teils seit vielen Jahren in der Region aktiv und verfügen über enge gegenseitige Verflechtungen. Die Unternehmer und Mitarbeiter in den Betrieben sind der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit der Lausitz.

Es gibt einen Fundus an Ideen, was aus dieser Region werden kann. Die Aufgabe ist aber so groß, dass man sie einer Region allein nicht überlassen kann.

Michael Kretschmer

Erstes Forum Lausitz startete am 8. März 2018

Wir wollen ein Zeichen setzen, dass es auch für die neue Bundesregierung ganz zentral ist, was hier in der Lausitz passiert. Nach dem Strukturwandel soll es in dieser Region mehr Arbeitsplätze geben als davor.

Johanna Wanka

Mit dem »Forum Lausitz« startet die Staatsregierung eine Plattform für Kooperationen und Austausch

Drei Männer in Schutzkleidung und Helm sthehen am Rande eines Braunkohletagebaus.
Ministerpräsident Kretschmer sprach bei seinem Besuch am 7. Februar 2018 im Tagebau Nochten mit dem Vorstand der LEAG Lausitz Energie Bergbau AG über die Braunkohle als verlässliche Brücke zu erneuerbaren Energien.  © Sächsische Staatskanzlei

Mehr denn je ist durch den Strukturwandel in der Lausitz ein gesellschaftlicher Dialogprozess notwendig, der auf den bisherigen Entwicklungen aufbaut und neue Wege in die Zukunft ausarbeitet. Durch eine aktive Beteiligung aller Akteure und die Einbeziehung lokalen Wissens können technologische und gesellschaftliche Innovationen entstehen.

Wir wollen im »Forum Lausitz« gemeinsam mit regionalen Verantwortlichen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen Ideen initiieren, die die Entwicklung der Lausitz voranbringen sollen. Die Lausitz soll selbst noch stärker als bisher Standort für Industrie und Zukunftstechnologien sein.

Erfolgreiche Initiativen und künftige Handlungsfelder

Das »Forum Lausitz« stellte in verschiedenen Aktionsbereichen erfolgreiche Initiativen vor und zeigte künftige Handlungsfelder aus Sicht von Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft auf. Es wurde vom Land Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und unter Beteiligung des Landes Brandenburg ausgerichtet.

Bestehende Kooperationen ausbauen und neue Kontakte knüpfen

Einen Beitrag zur Entwicklung technologischer und gesellschaftlicher Innovationen leisten, die Wirtschaftsregion stärken, neue Kontakte knüpfen und bestehende Kooperationen unterstützen: Das war das Ziel des »Forum Lausitz«, zu dem der Freistaat Sachsen am 8. März 2018 nach Weißwasser eingeladen hatte. Zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sind im Forum Akteure und Interessenten ins Gespräch gekommen, haben die laufenden Aktivitäten und Unterstützungsmöglichkeiten kennengelernt und neue Kooperationen angebahnt.

Programm (Änderungen vorbehalten)
Uhrzeit Programmpunkt
10:00 Uhr

Begrüßung

Michael Kretschmer

Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

Prof. Dr. Johanna Wanka

Bundesministerin für Bildung und Forschung

Thomas Kralinski

Chef der Staatskanzlei und Beauftragter für Medien des Landes Brandenburg

Moderation:

Frank Seibel

Sächsische Zeitung, Lausitzredaktion

10:30 Uhr

»Was läuft in der Lausitz? Blick zurück und Blick nach vorn«

Impulsvorträge und Saaldiskussion

Einführung durch

Dr. Hartmut Mangold

Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Ansprechpartner für die Belange des sächsischen Teils der Lausitz

und

Hendrik Fischer

Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg

Ansprechpartner für die Belange des brandenburgischen Teils der Lausitz

Beiträge u.a. von:

Katrin Bartsch

Vorstandsmitglied der Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V.

Geschäftsführerin Stadtwerke Weißwasser

Christine Herntier

Bürgermeisterin Spremberg und brandenburgische Sprecherin der Lausitzrunde

Dr. Hans Rüdiger Lange

Geschäftsführer Innovationsregion Lausitz GmbH

Prof. Dr. Alexander Michaelis

Institutsleiter Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS

Norman Müller

Geschäftsführer Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH

Geschäftsführer Wirtschaftsregion Lausitz GmbH

Torsten Pötzsch

Oberbürgermeister der Stadt Weißwasser und

sächsischer Sprecher der Lausitzrunde

Petra Reinbold-Knape

Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands IG-BCE stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende LEAG Bergbau

Dr. Helmar Rendez

Vorstandsvorsitzender der Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG

Erhard Schletterer

Geschäftsführer Operations - Deutsche ACCUMOTIVE GmbH & Co. KG Kamenz

Prof. Jörg Steinbach

Präsident der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg

Dr. Friedrich von Bismarck

ehemaliger Leiter der Bund-Länder-Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung

13:00 Uhr

Die kulturelle Identität der Lausitz

Impulsvorträge und Saaldiskussion

Prof. Dr. Friedrich Albrecht

Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz

Pfarrer Burkhard Behr

Leiter „Zentrum für Dialog & Wandel in der Lausitz“ der

Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Cord Panning

Geschäftsführer und Parkdirektor, Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau”

14:00 Uhr

Die strukturelle Entwicklung der Lausitz durch Innovation voranbringen

Podiumsdiskussion

Lutz Berger

Geschäftsführer digades GmbH Zittau

Dr. Stephan Meyer, MdL

Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag

Prof. Dr. Klaus Müller

Leiter des Programmbereichs "Landnutzung und Governance" am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)

Prof. Dr. Robert Knippschild

Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR)

Leiter Interdisziplinäres Zentrum für ökologischen und revitalisierenden Stadtumbau (IZS)

Dr. Klaus-Peter Schulze

Mitglied des Deutschen Bundestages

15:30 Uhr

Ausblick und Perspektiven

Dr. Hartmut Mangold

Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Grundsatzpapier »Gemeinsam für die Zukunft der Industrieregion Lausitz«

Eine Gruppe von Menschen psoiert für ein Foto. Im Hintergrund befindet sich ein See.
Die Mitglieder der brandenburgischen und der sächsischen Landesregierung hielten am 13.06.2017 in Großräschen eine gemeinsame Kabinettssitzung.  © dpa-Zentralbild

Die Landesregierungen von Sachsen und Brandenburg beschlossen in einer gemeinsamen Kabinettssitzung am 13. Juni 2017 das Grundsatzpapier »Gemeinsam für die Zukunft der Industrieregion Lausitz«. Prioritäten setzten Brandenburg und Sachsen dabei in den Bereichen der Infrastrukturentwicklung, Innovation, Bildung, Kultur, Wirtschaftsförderung und der Fachkräfteentwicklung.

Beide Regierungen wollen die Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk durch einen Abschluss eines weiteren Finanzierungsabkommens ab 2021 absichern. Ebenso stimmten beide Kabinette überein, dass aktiver um Lehrer für das Fach Sorbisch geworben werden muss, um den Bedarf in den Siedlungsgebieten zu decken.

Beide Landesregierungen stehen zu ihrer Verantwortung, die notwendigen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Strukturwandel zu schaffen und treten dafür ein, dass...

  • bei der weiteren Ausgestaltung der Klima- und Energiepolitik in Deutschland und Europa den vom Strukturwandel betroffenen Regionen wie der Lausitz ausreichend Zeit und Gestaltungsmöglichkeiten eingeräumt werden, um die Strukturentwicklung nachhaltig gestalten zu können;
  • es nicht auf der einen Seite Gewinner und auf der anderen Seite Verlierer der Energiewende gibt und die Lausitz ihren Bewohnerinnen und Bewohnern weiterhin ein attraktives und lebenswertes Zuhause bietet;
  • die Lausitz als Modellregion des Strukturwandels angesehen wird und sie dabei mit zusätzlichen flexiblen und bürokratiearmen Finanzierungs- und Förderinstrumenten des Bundes und der EU ausgestattet wird, um die für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen, Investitionen und Pilotprojekte finanzieren und Veränderungsprozesse langfristig begleiten zu können;
  • die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Region durch Weiterentwicklung der unternehmerischen Potenziale im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Veränderungen steht;
  • die Sicherung und Schaffung von hochwertigen und fair bezahlten Arbeitsplätzen in der Lausitz, und hier insbesondere von Industriearbeitsplätzen, prioritär sind;
  • zukunftsfähige Arbeitsplätze auf der Grundlage von Innovationen entstehen; gemeinsame Ziele sind deshalb die Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Leistungsfähigkeit der Lausitz und die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft in der Region;
  • mit einer »Gründungsoffensive Lausitz« Unternehmensgründungen systematisch entwickelt und gefördert sowie ein integriertes Maßnahmekonzept zur Sicherung ausreichender und geeigneter Fachkräfte erarbeiten und umsetzen werden;
  • ein partnerschaftlicher, konstruktiver und kontinuierlicher Austausch zwischen den Ländern Brandenburg und Sachsen, dem Bund, der EU sowie den regionalen Vertretern der Lausitz geführt wird;
  • der Dialog mit den betroffenen Kreisen und Kommunen weiter intensiviert und dafür die vorhandenen Arbeitsstrukturen flexibler und belastbarer weiterentwickelt werden;
  • die Partner in der Lausitz geschlossen auftreten und Initiativen gegenüber dem Bund bzw. der Europäischen Union miteinander abstimmen;
  • die Lausitz den Schulterschluss mit anderen Energieregionen sucht;
  • die kulturellen Prägungen der Lausitz im Allgemeinen sowie ihre sorbische Identität im Besonderen beachtet und weiterhin erhalten werden.
Ein Boot fährt auf einem See.
Das Lausitzer Seenland gehört zu den größten Touristenmagneten in der Region und bildet Europas größte künstliche Wasserlandschaft und Deutschlands viertgrößtes Seengebiet.   © dpa-Zentralbild

Positive Entwicklung der Lausitz

Ein Infografik mit Wirtschaftsdaten zur Industrieregion Lausitz.
Quellenangabe: 1 Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung 2 Lausitz Energie Bergbau AG 3 Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder   © Sächsische Staatskanzlei

Die Länder Sachsen und Brandenburg, der Bund und die EU leisten mit erheblichem Fördermitteln ihren Beitrag für eine positive Entwicklung der Lausitz. Von 1990 bis 2016 sind allein im Rahmen der »Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur« (GRW) rund 4,2 Milliarden Euro Fördermittel in die Lausitz geflossen. Neben der Energiewirtschaft haben sich dank dieser Förderpolitik weitere Branchen wie die Metallindustrie, die Kunststoff- und Chemieindustrie, der Anlagen-, Fahrzeug- und Maschinenbau, die Textilindustrie, die Ernährungsindustrie und die Papierindustrie fest etabliert.

Lausitz-Tourismus wächst

Der Tourismus ist als Wirtschaftszweig hinzugekommen. Rund 100.000 Besucherinnen und Besucher zieht es jährlich ins Lausitzer Seenland, mit steigender Tendenz. Die weitere Entwicklung des Seenlands wird nicht nur den Reisemarkt beflügeln; sie wird auch die Lebensqualität der Region stärken und somit die Anziehungskraft auf Rückkehrer, Fachkräfte und junge Familien erhöhen.

Sachsen und Brandenburg werben gemeinsam für die Lausitz

Die Lausitz erstreckt sich zwischen Sachsen und Brandenburg, weßhalb die Strukturentwicklung der Region nur durch die Zusammenarbeit beider Länder gelingen kann. Dabei ist auch das Zusammenwirken aller Lausitzer Kommunen entscheidend für den gemeinsamen Erfolg.

Brandenburg und Sachsen werben verstärkt zusammen um Ansiedlungen für die Lausitz. Dafür haben die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) und die Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) gemeinsam mit den Landkreisen der Ober- und Niederlausitz und der Stadt Cottbus die Standortbroschüre „Lausitz – Wirtschaftsregion für Wachstum und Zukunft“ aufgelegt.

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