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Sachsen-Monitor 2026

Die Sächsische Staatsregierung stellte am 03. November 2026 den Sachsen-Monitor 2026 vor. Nach den jährlichen Erhebungen 2016 bis 2018 sowie 2021/22 und 2023 liegt nunmehr der sechste Sachsen-Monitor vor. Das diesjährige Sonderthema umfasste die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger zum Thema Transformation.

Für den Sachsen-Monitor 2026 wurden im Zeitraum vom 14. März bis zum 14. Juni 2026 insgesamt 2.031 Personen in ganz Sachsen befragt. Wie bei früheren Sachsen-Monitoren wurde die Befragung mittels eines standardisierten Fragebogens in persönlichen Interviews durchgeführt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die sächsische Bevölkerung ab 18 Jahren.

Die Umfrage im Detail

  • Grundgesamtheit: Bevölkerung in Sachsen ab 18 Jahren
  • Art der Befragung: Computergestützte persönliche Interviews
  • Stichprobengröße: n=2.031
  • Erhebungszeitraum: 14. März bis 14. Juni 2026
  • Zufallsstichprobe
  • Gewichtung nach Alter, Geschlecht und Bildung, Erwerbstätigkeit

Die Ergebnisse des Sachsen-Monitors 2026

Hinweis: Die in den Texten und Grafiken in Klammern angegebenen Zahlen stellen die prozentuale Veränderung gegenüber dem Jahr 2023 dar.

Mit knapp 61 Prozent blickt die große Mehrheit der Sachsen weiterhin optimistisch in die Zukunft (2023: 63 Prozent). In den jüngeren Altersgruppen liegt der Wert sogar bei über zwei Dritteln.

Auch das formale Bildungsniveau macht erneut einen Unterschied: 78 Prozent der Menschen mit Hochschulabschluss und 75 Prozent der Personen mit Abitur oder EOS-Abschluss zeigen sich zuversichtlich. Bei den Sachsen mit Hauptschulabschluss überwiegen leicht die Pessimisten gegenüber den Optimisten.

Persönliche Zukunftserwartungen

Sehen Sie Ihrer persönlichen Zukunft eher optimistisch oder eher pessimistisch entgegen?

Zeitvergleich: Gesamtergebnis (Werte in Prozent)
Eher optimistisch Eher pessimistisch Weiß nicht / Keine Angabe
Gesamt 2026 61 37 2
Gesamt 2023 63 36 1

Keine signifikante Veränderung gegenüber 2023

Altersgruppen 2026 (Werte in Prozent)
Gruppe Eher optimistisch Eher pessimistisch Weiß nicht / Keine Angabe
18–29 Jahre 67 30 3
30–39 Jahre 68 31 1
40–49 Jahre 68 29 3
50–59 Jahre 54 44 2
60–69 Jahre 57 41 2
70–79 Jahre 51 46 3
80 Jahre und älter 68 27 5

Der Blick auf die wirtschaftliche Situation Sachsens hat sich angesichts der globalen Herausforderungen weiter eingetrübt. 62 Prozent schätzen die wirtschaftliche Lage des Freistaates schlecht (Sachsen-Monitor 2023: 45 Prozent). Der abnehmende Optimismus spiegelt sich in allen soziodemografischen Gruppen und den Regionen wider. Im Gegensatz dazu wird die eigene wirtschaftliche Situation von knapp 67 Prozent der Sachsen als eher oder sehr gut eingeschätzt.

Bewertung der wirtschaftlichen Lage Sachsens

Wie beurteilen Sie ganz allgemein die gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Sachsen?

Zeitvergleich: Gesamtergebnis (Werte in Prozent)
Sehr gut Eher gut Eher schlecht Sehr schlecht Weiß nicht / Keine Angabe
Gesamt 2026 1 34 57 5 3
Gesamt 2023 3 50 42 3 2

Signifikant gegenüber 2023: »Sehr gut« ↓, »Eher gut« ↓, »Eher schlecht« ↑ und »Sehr schlecht« ↑

Altersgruppen 2026 (Werte in Prozent)
Gruppe Sehr gut Eher gut Eher schlecht Sehr schlecht Weiß nicht / Keine Angabe
18–29 Jahre 2 39 52 3 4
30–39 Jahre 2 34 56 4 4
40–49 Jahre 2 35 57 6 0
50–59 Jahre 1 30 61 7 1
60–69 Jahre 1 28 64 5 2
70–79 Jahre 1 35 54 6 4
80 Jahre und älter 1 44 49 2 4

Bewertung der eigenen wirtschaftlichen Situation

Wie beurteilen Sie Ihre eigene wirtschaftliche Situation?

Zeitvergleich: Gesamtergebnis (Werte in Prozent)
Aussage / Gruppe Sehr gut Eher gut Eher schlecht Sehr schlecht Weiß nicht / Keine Angabe
Gesamt 2026 6 61 30 3 0
Gesamt 2023 8 64 26 3 0

Signifikant gegenüber 2023: »Eher gut« ↓ 3 Prozentpunkte; »Eher schlecht« ↑ 4 Prozentpunkte

Altersgruppen 2026 (Werte in Prozent)
Gruppe Sehr gut Eher gut Eher schlecht Sehr schlecht Weiß nicht / Keine Angabe
18–29 Jahre 5 47 43 4 1
30–39 Jahre 6 64 27 3 0
40–49 Jahre 6 64 25 5 0
50–59 Jahre 9 60 28 3 0
60–69 Jahre 8 63 27 2 0
70–79 Jahre 3 61 32 3 1
80 Jahre und älter 9 67 21 2 1

Die Sachsen sind mit ihren persönlichen Lebensumständen überwiegend zufrieden. Dennoch sind gegenüber 2023 teilweise deutliche Rückgänge in der Zufriedenheit zu verzeichnen. 89 Prozent der Befragten bewerten ihre Wohnsituation positiv. Ebenfalls weiterhin hoch ist die Zufriedenheit mit dem Ausmaß an Freizeit (78 Prozent), der Sicherheit auf Plätzen und Straßen (73 Prozent) sowie der gesundheitlichen Lage (73 Prozent). Auch bei der Beschäftigungssituation (65 Prozent) und der haus- und fachärztlichen Versorgung (62 Prozent) herrscht unter den Sachsen hohe Zufriedenheit. Gegenüber dem Sachsen-Monitor 2023 ist die Zufriedenheit mit der sozialen Absicherung (57 Prozent; minus 11 Prozentpunkte) und der haus- und fachärztlichen Versorgung (minus 7 Prozentpunkte) deutlich gesunken. Die Zufriedenheit mit den Lebenshaltungskosten (25 Prozent) bewegt sich auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie zur letzten Befragung 2023.

Zufriedenheit mit Lebensumständen

Wie zufrieden sind Sie mit Ihren persönlichen Lebensumständen?

Persönliche Lebensumstände (Werte in Prozent)
Wie ist das mit …? Sehr zufrieden Eher zufrieden Eher unzufrieden Sehr unzufrieden Weiß nicht / Keine Angabe Anmerkung
Ihrer Wohnsituation 43 46 10 2 0 Zufrieden gegenüber 2023: ↓ 2 Prozentpunkte; unzufrieden: ↑ 1 Prozentpunkte Signifikant: »Sehr unzufrieden« ↑ 1 Prozentpunkte
dem Ausmaß Ihrer Freizeit 34 44 21 2 0 Zufrieden gegenüber 2023: → 0 Prozentpunkte; unzufrieden: ↓ 1 Prozentpunkte Signifikant: »Sehr zufrieden« ↑ 4 Prozentpunkte; »Eher zufrieden« ↓ 4 Prozentpunkte
Ihrer Gesundheit 22 51 22 5 0 Zufrieden gegenüber 2023: ↓ 1 Prozentpunkte; unzufrieden: ↑ 1 Prozentpunkte
der Sicherheit auf Plätzen und Straßen in Ihrer Umgebung 16 57 23 4 0 Zufrieden gegenüber 2023: ↑ 9 Prozentpunkte; unzufrieden: ↓ 9 Prozentpunkte Signifikant: »Sehr zufrieden« ↑ 5 Prozentpunkte; »Eher zufrieden« ↑ 4 Prozentpunkte; »Eher unzufrieden« ↓ 6 Prozentpunkte; »Sehr unzufrieden« ↓ 3 Prozentpunkte
der Sauberkeit von Plätzen und Straßen in Ihrer Umgebung 11 57 27 6 0 Zufrieden gegenüber 2023: ↑ 3 Prozentpunkte; unzufrieden: ↓ 3 Prozentpunkte Signifikant: »Eher unzufrieden« ↓ 3 Prozentpunkte
Ihrer Beschäftigungssituation 27 38 16 6 13 Zufrieden gegenüber 2023: ↓ 7 Prozentpunkte; unzufrieden: ↑ 1 Prozentpunkte Signifikant: »Eher zufrieden« ↓ 5 Prozentpunkte
Ihrer finanziellen Situation 8 51 29 12 0 Zufrieden gegenüber 2023: ↓ 3 Prozentpunkte; unzufrieden: ↑ 3 Prozentpunkte Signifikant: »Sehr zufrieden« ↓ 3 Prozentpunkte; »Sehr unzufrieden« ↑ 2 Prozentpunkte
Ihrer sozialen Absicherung 8 49 32 12 0 Zufrieden gegenüber 2023: ↓ 11 Prozentpunkte; unzufrieden: ↑ 11 Prozentpunkte Signifikant: »Eher zufrieden« ↓ 10 Prozentpunkte; »Eher unzufrieden« ↑ 8 Prozentpunkte; »Sehr unzufrieden« ↑ 3 Prozentpunkte
Ihrer haus- und fachärztlichen Versorgung 12 50 29 9 0 Zufrieden gegenüber 2023: ↓ 7 Prozentpunkte; unzufrieden: ↑ 7 Prozentpunkte Signifikant: »Sehr zufrieden« ↓ 9 Prozentpunkte; »Eher unzufrieden« ↑ 7 Prozentpunkte
der Höhe Ihrer Lebenshaltungskosten 3 22 41 34 0 Zufrieden gegenüber 2023: → 0 Prozentpunkte; unzufrieden: ↑ 1 Prozentpunkte Signifikant: »Eher unzufrieden« ↓ 5 Prozentpunkte; »Sehr unzufrieden« ↑ 6 Prozentpunkte

Weiterhin dominiert der Stolz auf das Erreichte seit der Friedlichen Revolution. 85 Prozent der Bürger stimmen der Aussage zu, dass man stolz sein kann »auf das, was hier in Sachsen seit 1990 erreicht wurde«. 78 Prozent sind der Ansicht, dass Sachsen den Vergleich mit vielen westdeutschen Bundesländern nicht zu scheuen braucht. Mit Blick auf die anderen ostdeutschen Bundesländer, wird Sachsens wirtschaftliche Lage weiterhin mehrheitlich besser eingeschätzt.

Nur noch knapp die Hälfte (51 Prozent) sind der Überzeugung, dass die Ostdeutschen in Deutschland eher »Bürger zweiter Klasse« sind (2023: 60 Prozent). Ebenfalls sieht zwar noch die Mehrheit aber nur noch 63 Prozent (2023: 75 Prozent) der Befragten die Leistungen der Ostdeutschen für den Aufbau Ostdeutschlands nicht angemessen gewürdigt.

Seit 2018 steigt die Zustimmung zu der Aussage, dass die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sei, stetig an (2018: 39 Prozent, 2021/22: 55 Prozent, 2023: 60 Prozent) – bei der diesjährigen Befragung um knapp 8 Prozentpunkte auf 68 Prozent.

Leben in Sachsen I

Ich lese Ihnen nun einige Aussagen zu Sachsen vor. Bitte sagen Sie mir jeweils, ob Sie der Aussage voll zustimmen, eher zustimmen, eher nicht zustimmen oder gar nicht zustimmen.

Aussagen zu Sachsen (Werte in Prozent)
Aussage Stimme voll zu Stimme eher zu Stimme eher nicht zu Stimme gar nicht zu Weiß nicht / Keine Angabe Anmerkung
Sachsen braucht den Vergleich mit vielen westdeutschen Bundesländern nicht zu scheuen. 28 50 15 3 4 Zustimmung gegenüber 2023: ↓ 4,3 Prozentpunkte; Ablehnung: ↑ 1,6 Prozentpunkte Signifikant: »Stimme voll zu« ↓ 3 Prozentpunkte
Die wirtschaftliche Lage in Sachsen ist besser als in den anderen ostdeutschen Bundesländern. 13 46 26 5 10 Zustimmung gegenüber 2023: ↓ 4,0 Prozentpunkte; Ablehnung: ↓ 0,9 Prozentpunkte Signifikant: »Stimme voll zu« ↓ 6 Prozentpunkte; »Stimme gar nicht zu« ↑ 2 Prozentpunkte
Auf das, was hier in Sachsen seit 1990 erreicht wurde, kann man stolz sein. 36 49 9 2 4 Zustimmung gegenüber 2023: ↓ 0,8 Prozentpunkte; Ablehnung: ↓ 1,9 Prozentpunkte
Ich halte die Erinnerung an die Friedliche Revolution von 1989 in Sachsen für wichtig. 42 41 10 3 4 Zustimmung gegenüber 2023: ↓ 3,0 Prozentpunkte; Ablehnung: ↑ 1,5 Prozentpunkte Signifikant: »Stimme gar nicht zu« ↑ 1 Prozentpunkte

Leben in Sachsen II

Ich lese Ihnen nun einige Aussagen vor, zu denen es unterschiedliche Meinungen gibt. Bitte sagen Sie mir jeweils, ob Sie voll zustimmen, eher zustimmen, eher nicht zustimmen oder gar nicht zustimmen.

Aussagen zu Ostdeutschland und zur DDR (Werte in Prozent)
Aussage Stimme voll zu Stimme eher zu Stimme eher nicht zu Stimme gar nicht zu Weiß nicht / Keine Angabe Anmerkung
Die DDR war ein Unrechtsstaat. 33 35 19 7 6 Zustimmung gegenüber 2023: ↑ 7,8 Prozentpunkte; Ablehnung: ↓ 9,9 Prozentpunkte Signifikant: voll zu ↑ 3 Prozentpunkte; eher zu ↑ 5 Prozentpunkte; eher nicht zu ↓ 7 Prozentpunkte; gar nicht zu ↓ 3 Prozentpunkte
Ich fühle mich den Menschen in Osteuropa näher als den Menschen in Westdeutschland. 14 28 29 25 4 Zustimmung gegenüber 2023: ↑ 8,2 Prozentpunkte; Ablehnung: ↓ 9,7 Prozentpunkte Signifikant: voll zu ↑ 4 Prozentpunkte; eher zu ↑ 4 Prozentpunkte; eher nicht zu ↓ 5 Prozentpunkte; gar nicht zu ↓ 5 Prozentpunkte
Die Ostdeutschen sind in Deutschland Bürger zweiter Klasse. 17 34 29 18 2 Zustimmung gegenüber 2023: ↓ 8,8 Prozentpunkte; Ablehnung: ↑ 8,1 Prozentpunkte Signifikant: voll zu ↓ 4 Prozentpunkte; eher zu ↓ 5 Prozentpunkte; gar nicht zu ↑ 8 Prozentpunkte
Die Leistungen der Ostdeutschen für den Aufbau der neuen Bundesländer werden nicht ausreichend gewürdigt. 3 27 43 20 7 Zustimmung gegenüber 2023: ↑ 7,7 Prozentpunkte; Ablehnung: ↓ 8,0 Prozentpunkte Signifikant: eher zu ↑ 8 Prozentpunkte; eher nicht zu ↓ 10 Prozentpunkte

Wenn auch leicht steigend, werden die Möglichkeiten auf einen sozialen Aufstieg von 55 Prozent der Sachsen skeptisch beurteilt (2023: 58 Prozent). Die jüngste Zielgruppe ist weiterhin am optimistischsten: 48 Prozent schätzen die Aufstiegschance als sehr oder eher gut ein.

Nach den persönlichen Chancen gefragt, überwiegt diesmal etwas stärker der Pessimismus (53 Prozent). Mit Blick auf die Zukunft der eigenen Kinder sehen indes nur noch 62 Prozent (minus 8 Prozentpunkte) sehr gute oder gute Chancen auf einen sozialen Aufstieg.

Die Angst vor dem sozialen Abstieg ist mit 26 Prozent nahezu gleichbleibend weiterhin gering. Die Befürchtung des sozialen Abstieges der eigenen Kinder ist wieder leicht besser (26 Prozent; 2023: 27 Prozent, 2018: 22 Prozent).

Soziale Aufstiegschancen

Wie sind Ihrer Meinung nach heutzutage die Chancen in Deutschland sozial aufzusteigen?

Zeitvergleich: Gesamtergebnis (Werte in Prozent)
Aussage / Gruppe Sehr gut Eher gut Eher schlecht Sehr schlecht Weiß nicht / Keine Angabe
Gesamt 2026 2 38 47 8 5
Gesamt 2023 3 37 49 9 2

Keine signifikante Veränderung gegenüber 2023

Altersgruppen 2026 (Werte in Prozent)
Gruppe Sehr gut Eher gut Eher schlecht Sehr schlecht Weiß nicht / Keine Angabe
18–29 Jahre 3 45 41 9 2
30–39 Jahre 3 42 45 8 2
40–49 Jahre 3 44 44 5 4
50–59 Jahre 1 35 50 9 5
60–69 Jahre 1 33 51 9 6
70–79 Jahre 2 32 49 9 8
80 Jahre und älter 1 36 43 8 12

Persönliche Abstiegsgefahr

Wie schätzen Sie die Gefahr ein, dass Sie persönlich sozial absteigen?

Zeitvergleich: Gesamtergebnis (Werte in Prozent)
Aussage / Gruppe Sehr hoch Eher hoch Eher gering Sehr gering Weiß nicht / Keine Angabe
Gesamt 2026 3 23 53 17 4
Gesamt 2023 5 21 57 17 0

Signifikant gegenüber 2023: »Sehr hoch« ↓ 2 Prozentpunkte; »Eher gering« ↓ 4 Prozentpunkte

Altersgruppen 2026 (Werte in Prozent)
Aussage / Gruppe Sehr hoch Eher hoch Eher gering Sehr gering Weiß nicht / Keine Angabe
18–29 Jahre 2 24 56 16 2
30–39 Jahre 3 20 60 13 4
40–49 Jahre 3 27 52 14 4
50–59 Jahre 5 30 50 11 4
60–69 Jahre 3 20 56 18 3
70–79 Jahre 4 18 51 25 2
80 Jahre und älter 2 18 41 33 6

Die Sachsen haben, wenn auch leicht abnehmend, weiterhin einen kritischen Blick auf Deutschland: 61 Prozent (minus drei Prozentpunkte) sind der Meinung, dass es in unserem Land eher ungerecht zugeht (2021/22: 57 Prozent, 2018: 49 Prozent).

Wenn auch leicht gestiegen, geben nur knapp 56 Prozent an, ihren gerechten Teil zu erhalten. 39 Prozent sind gegenteiliger Meinung. Als Gründe werden insbesondere nicht existenzsichernde Löhne, Sozialleistungen und Renten (23 Prozent) und zu niedrige Bezahlung oder mangelnde Würdigung der Arbeitsleistung (21 Prozent) genannt.

Gerechtigkeit in Deutschland

Finden Sie, dass es in Deutschland alles in allem eher gerecht oder ungerecht zugeht?

Zeitvergleich: Gesamtergebnis (Werte in Prozent)
Aussage / Gruppe Eher gerecht Eher ungerecht Weiß nicht / Keine Angabe
Gesamt 2026 36 61 3
Gesamt 2023 34 64 2

Keine signifikante Veränderung gegenüber 2023

Altersgruppen 2026 (Werte in Prozent)
Gruppe Eher gerecht Eher ungerecht Weiß nicht / Keine Angabe
18–29 Jahre 50 48 2
30–39 Jahre 46 51 3
40–49 Jahre 37 60 3
50–59 Jahre 33 66 1
60–69 Jahre 26 71 3
70–79 Jahre 30 66 4
80 Jahre und älter 33 66 1

Gerechtigkeitsempfinden

Im Vergleich dazu, wie andere hier in Deutschland leben: Glauben Sie, dass Sie Ihren gerechten Anteil erhalten?

Zeitvergleich: Gesamtergebnis (Werte in Prozent)
Mehr als Ihren gerechten Anteil erhalten Ihren gerechten Anteil erhalten Weniger als Ihren gerechten Anteil erhalten Sehr viel weniger als Ihren gerechten Anteil erhalten Weiß nicht / Keine Angabe
Gesamt 2026 3 53 28 11 5
Gesamt 2023 5 46 32 14 3

Veränderung gegenüber 2023: mehr/gerechter Anteil ↑ 5 PP; weniger/sehr viel weniger ↓ 7 PP Signifikant: mehr als gerechter Anteil ↓ 3 PP; gerechter Anteil ↑ 7 PP; etwas weniger ↓ 5 PP; sehr viel weniger ↓ 3 PP

Altersgruppen 2026 (Werte in Prozent)
Aussage / Gruppe Mehr als Ihren gerechten Anteil erhalten Ihren gerechten Anteil erhalten Weniger als Ihren gerechten Anteil erhalten Sehr viel weniger als Ihren gerechten Anteil erhalten Weiß nicht / Keine Angabe
18–29 Jahre 3 63 21 6 7
30–39 Jahre 3 60 23 11 3
40–49 Jahre 4 55 27 8 6
50–59 Jahre 3 44 33 15 5
60–69 Jahre 2 50 29 13 6
70–79 Jahre 1 49 31 11 8
80 Jahre und älter 2 55 25 13 5

Für 87 Prozent (2023: 83 Prozent) der Sachsen ist die Demokratie eine gute Regierungsform. Gleichzeitig hat die Zufriedenheit damit, wie die Demokratie in der Praxis in Deutschland funktioniert, leicht zugenommen. Doch weiterhin zeigen sich lediglich 44 Prozent eher zufrieden oder sehr zufrieden (gegenüber 41 Prozent im Sachsen-Monitor 2023). Die Unzufriedenheit ist unter jüngeren Menschen im Alter bis 29 Jahren deutlich geringer (55 Prozent sind sehr oder eher zufrieden) als bei älteren Sachsen.

Zufriedenheit mit der Demokratie

Halten Sie die Demokratie ganz allgemein für eine gute Regierungsform oder eine schlechte Regierungsform?

Zeitvergleich: Gesamtergebnis (Werte in Prozent)
Aussage / Gruppe Ist eine gute Regierungsform Ist eine schlechte Regierungsform Weiß nicht / Keine Angabe
Gesamt 2026 87 8 5
Gesamt 2023 83 14 3

Signifikant gegenüber 2023: »Gute Regierungsform« ↑ 4 Prozentpunkte; »Schlechte Regierungsform« ↓ 6 Prozentpunkte

Altersgruppen 2026 (Werte in Prozent)
Aussage / Gruppe Ist eine gute Regierungsform Ist eine schlechte Regierungsform Weiß nicht / Keine Angabe
18–29 Jahre 86 8 6
30–39 Jahre 85 9 6
40–49 Jahre 83 11 6
50–59 Jahre 86 11 3
60–69 Jahre 90 6 4
70–79 Jahre 90 7 3
80 Jahre und älter 88 7 5

Funktionieren der Demokratie

Wie zufrieden sind Sie mit der Art und Weise, wie die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland in der Praxis funktioniert?

Zeitvergleich: Gesamtergebnis (Werte in Prozent)
Aussage / Gruppe Sehr zufrieden Eher zufrieden Eher unzufrieden Sehr unzufrieden Weiß nicht / Keine Angabe
Gesamt 2026 6 38 39 15 2
Gesamt 2023 3 38 45 14 0

Signifikant gegenüber 2023: »Sehr zufrieden« ↑ 3 Prozentpunkte

Altersgruppen 2026 (Werte in Prozent)
Aussage / Gruppe Sehr zufrieden Eher zufrieden Eher unzufrieden Sehr unzufrieden Weiß nicht / Keine Angabe
18–29 Jahre 12 43 34 11 0
30–39 Jahre 7 43 35 11 4
40–49 Jahre 7 37 40 14 2
50–59 Jahre 5 38 38 18 1
60–69 Jahre 5 29 46 19 1
70–79 Jahre 5 36 41 17 1
80 Jahre und älter 4 45 40 11 0

Das Vertrauen der Sachsen in die demokratischen Institutionen hat gegenüber 2023 wieder etwas zugenommen.

Der Sächsischen Landesregierung vertrauen weiterhin 44 Prozent der Bürger. Dem Sächsischen Landtag vertrauen 43 Prozent, dem Bundestag 28 Prozent (plus vier Prozentpunkte) und der Bundesregierung 19 Prozent (plus zwei).

Die größten Vertrauenszuwächse haben die Medien mit 27 Prozent (plus 13 Prozentpunkte), das Bundesverfassungsgericht mit 63 Prozent (plus neun), die Polizei mit 72 Prozent (plus sieben), die Wissenschaft mit 72 Prozent (plus sieben), die Gerichte mit 62 Prozent (plus sieben) und die Kirchen mit 27 Prozent (plus sieben).

Erstmals wurde nach dem Vertrauen in die Bundeswehr gefragt. Sie genießt 50 Prozent Vertrauen der befragten Sächsinnen und Sachsen.

Vertrauen in Institutionen

Wie viel vertrauen Sie den folgenden Einrichtungen und Organisationen?

Vertrauen in Einrichtungen und Organisationen (Werte in Prozent)
Aussage / Gruppe Sehr großes Vertrauen Großes Vertrauen Wenig Vertrauen Gar kein Vertrauen Weiß nicht / Keine Angabe Anmerkung
den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern 20 52 22 4 2 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 7 Prozentpunkte; wenig/kein Vertrauen: ↓ 9 Prozentpunkte Sign.: »Großes Vertrauen« ↑ 8 Prozentpunkte; »Wenig Vertrauen« ↓ 5 Prozentpunkte; »Gar kein Vertrauen« ↓ 5 Prozentpunkte
der Polizei 18 54 24 4 0 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 7 Prozentpunkte; wenig/kein Vertrauen: ↓ 7 Prozentpunkte Sign.: »Sehr großes Vertrauen« ↑ 4 Prozentpunkte; »Wenig Vertrauen« ↓ 4 Prozentpunkte; »Gar kein Vertrauen« ↓ 3 Prozentpunkte
dem Bundesverfassungsgericht 18 45 25 9 3 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 9 Prozentpunkte; wenig/kein Vertrauen: ↓ 11 Prozentpunkte Sign.: »Sehr großes Vertrauen« ↑ 4 Prozentpunkte; »Großes Vertrauen« ↑ 5 Prozentpunkte; »Wenig Vertrauen« ↓ 9 Prozentpunkte; »Gar kein Vertrauen« ↓ 2 Prozentpunkte
den Gerichten 14 48 29 7 2 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 7 Prozentpunkte; wenig/kein Vertrauen: ↓ 8 Prozentpunkte Sign.: »Großes Vertrauen« ↑ 7 Prozentpunkte; »Wenig Vertrauen« ↓ 7 Prozentpunkte
den Gewerkschaften 7 48 33 9 3 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 6 Prozentpunkte; wenig/kein Vertrauen: ↓ 8 Prozentpunkte Sign.: »Großes Vertrauen« ↑ 5 Prozentpunkte; »Wenig Vertrauen« ↓ 5 Prozentpunkte; »Gar kein Vertrauen« ↓ 3 Prozentpunkte
dem Bürgermeister Ihrer Gemeinde oder Stadt 7 46 37 8 2 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 2 Prozentpunkte; wenig/kein Vertrauen: ↓ 3 Prozentpunkte Sign.: »Wenig Vertrauen« ↓ 3 Prozentpunkte
dem Gemeinderat oder Stadtrat Ihrer Gemeinde oder Stadt 5 47 40 6 2 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 2 Prozentpunkte; wenig/kein Vertrauen: ↓ 4 Prozentpunkte Sign.: »Wenig Vertrauen« ↓ 4 Prozentpunkte
der Bundeswehr 11 39 37 10 3 2026 erstmals erhoben, kein Zeitvergleich
den Arbeitgebern 6 41 41 7 5 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 1 Prozentpunkte; wenig/kein Vertrauen: ↓ 4 Prozentpunkte
dem Landrat Ihres Landkreises 4 36 43 9 8 Vertrauen gegenüber 2023: ↓ 2 Prozentpunkte; wenig/kein Vertrauen: ↓ 4 Prozentpunkte Sign.: »Sehr großes Vertrauen« ↑ 2 Prozentpunkte; »Großes Vertrauen« ↓ 4 Prozentpunkte
den Kirchen 7 20 33 36 4 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 7 Prozentpunkte; wenig/kein Vertrauen: ↓ 10 Prozentpunkte Sign.: »Sehr großes Vertrauen« ↑ 5 Prozentpunkte; »Wenig Vertrauen« ↓ 7 Prozentpunkte; »Gar kein Vertrauen« ↓ 3 Prozentpunkte
der Partei, der Sie nahestehen 7 39 31 9 14 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 4 PP; wenig/kein Vertrauen: ↓ 10 PP Sign.: »Sehr großes Vertrauen« ↑ 4 PP; »Wenig Vertrauen« ↓ 6 PP; »Gar kein Vertrauen« ↓ 4 PP
der Sächsischen Landesregierung 3 41 45 10 1 Vertrauen gegenüber 2023: ↓ 1 PP; wenig/kein Vertrauen: → 0 PP
dem Sächsischen Landtag 3 40 45 10 2 Vertrauen gegenüber 2023: ↓ 1 PP; wenig/kein Vertrauen: ↓ 1 PP
dem Bundestag 3 25 45 27 0 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 4 PP; wenig/kein Vertrauen: ↓ 4 PP Sign.: »Sehr großes Vertrauen« ↑ 2 PP; »Gar kein Vertrauen« ↓ 3 PP
den Medien 2 25 43 29 1 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 13 PP; wenig/kein Vertrauen: ↓ 14 PP Sign.: »Sehr großes Vertrauen« ↑ 2 PP; »Großes Vertrauen« ↑ 11 PP; »Wenig Vertrauen« ↓ 4 PP; »Gar kein Vertrauen« ↓ 10 PP
dem Europäischen Parlament 2 22 42 32 2 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 4 PP; wenig/kein Vertrauen: ↓ 5 PP Sign.: »Sehr großes Vertrauen« ↑ 1 PP; »Großes Vertrauen« ↑ 3 PP; »Wenig Vertrauen« ↓ 6 PP
der Europäischen Kommission 2 20 43 32 3 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 2 PP; wenig/kein Vertrauen: ↓ 4 PP Sign.: »Wenig Vertrauen« ↓ 5 PP
der Bundesregierung 2 17 46 35 0 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 2 PP; wenig/kein Vertrauen: ↓ 2 PP Sign.: »Sehr großes Vertrauen« ↑ 1 PP
den Parteien im Allgemeinen 1 14 56 26 3 Vertrauen gegenüber 2023: ↑ 5 PP; wenig/kein Vertrauen: ↓ 7 PP Sign.: »Sehr großes Vertrauen« ↑ 1 PP; »Großes Vertrauen« ↑ 4 PP; »Wenig Vertrauen« ↓ 6 PP

Das Interesse am politischen Geschehen nimmt nur leicht ab. 43 Prozent der Sachsen interessieren sich stark oder sehr stark für Politik (minus einen Prozentpunkt). In der Befragung 2026 gibt es zwischen den Altersgruppen keine nennenswerten Auffälligkeiten.

Interesse an Politik

Wie stark interessieren Sie sich für Politik im Allgemeinen/Deutschland?

Zeitvergleich: Gesamtergebnis (Werte in Prozent)
Sehr stark Eher stark Eher wenig Gar nicht Weiß nicht / Keine Angabe
Gesamt 2026 10 33 46 11 0
Gesamt 2023 9 35 46 11 0

Keine signifikante Veränderung gegenüber 2023

Altersgruppen 2026 (Werte in Prozent)
Gruppe Sehr stark Eher stark Eher wenig Gar nicht Weiß nicht / Keine Angabe
18–29 Jahre 7 31 40 21 1
30–39 Jahre 11 29 49 11 0
40–49 Jahre 10 32 47 11 0
50–59 Jahre 8 37 48 8 0
60–69 Jahre 13 31 48 9 0
70–79 Jahre 11 34 45 10 0
80 Jahre und älter 11 37 40 13 0

Die Wahlabsicht ist hoch: Über 82 Prozent der Sachsen bejahen die Fragen, an den Bundestags-, Landtags- oder Kommunalwahlen teilzunehmen, wenn diese am kommenden Sonntag stattfinden würden.

91 Prozent der Sachsen hat dies bereits getan oder würde sich an Unterschriftenaktionen sowie 86 Prozent an Bürger- und Volksentscheiden beteiligen. Doch lediglich 26 Prozent haben bereits oder würden in einer politischen Partei mitarbeiten. Dagegen würden sich 44 Prozent in einer Gewerkschaft oder im Personalrat engagieren und über die Hälfte würde oder hat bereits in einer Bürgerinitiative oder deinem politischen Verband oder Verein (52 Prozent; 2023: 45 Prozent) mitgewirkt. Zwei Drittel würden sich an einer Demonstration beteiligen, 36 Prozent der Befragten haben dies bereits getan. Weiterhin lehnen fast zwei Drittel Politische Meinungsäußerungen im Internet ab – die Ausnahme bilden die jüngeren Altersgruppen (18- bis 29-Jährige: Zustimmung von 59 Prozent, 30-39-Jährige: 56 Prozent).

Einen Rückgang verzeichnet die Auffassung, dass »nur direkte Demokratie wahre Demokratie ist« (57 Prozent, minus neun Prozentpunkte gegenüber 2023). Über die Hälfte sieht dabei die Gefahr des Missbrauchs durch Demagogen – wenn auch mit einem erheblichen Rückgang um 14 Prozentpunkte.

Politische Einflussnahme

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in einer für Sie wichtigen Sache politischen Einfluss zu nehmen. Welche der folgenden Dinge haben Sie schon getan, welche würden Sie tun und welche würden Sie nicht tun?

Politische Beteiligung (Werte in Prozent)
Aussage Habe ich schon getan Würde ich tun Würde ich nicht tun Weiß nicht / Keine Angabe Anmerkung
An einer Wahl zu einem Parlament teilnehmen. 48 24 28 0 Getan oder bereit dazu gegenüber 2023: ↑ 3 Prozentpunkte; würde ich nicht tun: ↓ 3 Prozentpunkte Signifikant: »Würde ich tun« ↑ 3 Prozentpunkte; »Würde ich nicht tun« ↓ 3 Prozentpunkte
Sich an einen Politiker wenden. 14 42 44 0 Getan oder bereit dazu gegenüber 2023: ↓ 1 Prozentpunkte; würde ich nicht tun: ↑ 1 Prozentpunkte
An einer Unterschriftensammlung teilnehmen. 47 44 9 0 Getan oder bereit dazu gegenüber 2023: ↑ 1 Prozentpunkte; würde ich nicht tun: ↓ 2 Prozentpunkte
In einer politischen Partei mitarbeiten. 7 19 75 0 Getan oder bereit dazu gegenüber 2023: ↑ 1 Prozentpunkte; würde ich nicht tun: ↓ 1 Prozentpunkte
Sich in einer Gewerkschaft organisieren oder für einen Betriebs- oder Personalrat kandidieren. 15 29 55 1 Getan oder bereit dazu gegenüber 2023: ↑ 1 Prozentpunkte; würde ich nicht tun: → 0 Prozentpunkte
In einer Bürgerinitiative oder in einem politisch wirkenden Verband oder Verein mitarbeiten. 13 39 48 0 Getan oder bereit dazu gegenüber 2023: ↑ 6 Prozentpunkte; würde ich nicht tun: ↓ 5 Prozentpunkte Signifikant: »Habe ich schon getan« ↑ 4 Prozentpunkte; »Würde ich nicht tun« ↓ 5 Prozentpunkte
An einer Demonstration teilnehmen. 36 28 36 0 Getan oder bereit dazu gegenüber 2023: ↓ 1 Prozentpunkte; würde ich nicht tun: ↑ 1 Prozentpunkte Signifikant: »Würde ich tun« ↓ 4 Prozentpunkte
Sich für ein Amt oder Mandat, zum Beispiel in Ihrer Gemeinde bewerben. 4 20 76 0 Getan oder bereit dazu gegenüber 2023: ↓ 2 Prozentpunkte; würde ich nicht tun: ↑ 2 Prozentpunkte
Eine Demonstration blockieren. 4 14 82 0 Getan oder bereit dazu gegenüber 2023: ↑ 1 Prozentpunkte; würde ich nicht tun: ↓ 1 Prozentpunkte
Für die eigenen Ziele kämpfen, auch wenn dazu Gewalt notwendig ist. 2 12 85 1 Getan oder bereit dazu gegenüber 2023: ↑ 1 Prozentpunkte; würde ich nicht tun: ↓ 1 Prozentpunkte
An einem Volksentscheid oder einem Bürgerentscheid teilnehmen. 23 63 14 0 Getan oder bereit dazu gegenüber 2023: ↑ 1 Prozentpunkte; würde ich nicht tun: ↓ 1 Prozentpunkte Signifikant: »Habe ich schon getan« ↑ 5 Prozentpunkte; »Würde ich tun« ↓ 4 Prozentpunkte
Bei öffentlichen Bauvorhaben (z.B. Straße) an Bürgeranhörungen teilnehmen oder Einsicht in die Planungsunterlagen nehmen. 16 46 37 1 Getan oder bereit dazu gegenüber 2023: ↑ 2 Prozentpunkte; würde ich nicht tun: ↓ 1 Prozentpunkte
Politische Meinungsäußerungen im Internet einstellen, bewerten oder teilen. 17 18 65 0 Getan oder bereit dazu gegenüber 2023: ↑ 3 Prozentpunkte; würde ich nicht tun: ↓ 3 Prozentpunkte Signifikant: »Habe ich schon getan« ↑ 4 Prozentpunkte

Menschenfeindliche und nationalistische Einstellungen sind in der sächsischen Bevölkerung weiterhin von hoher Bedeutung, insb. beim Antisemitismus, haben aber im Vergleich zur letzten Befragung in einigen Bereichen stark abgenommen.

Ressentiments gibt es insbesondere gegenüber Ausländern: 60 Prozent der Bürger empfinden Deutschland als »durch Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet« (minus 4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2023), die eigene Umgebung nimmt dagegen nur ein Viertel der Befragten als »überfremdet« wahr (24 Prozent; minus fünf).

Menschenfeindliche Haltungen bestehen gegenüber Langzeitarbeitslosen (61 Prozent, minus fünf Prozentpunkte), Muslimen (51 Prozent, minus vier Prozentpunkte), Sinti und Roma (47 Prozent, plus eins) sowie gleichgeschlechtlich lebenden Menschen (35 Prozent, plus fünf). 22 Prozent der Sachsen stimmen der Aussage zu, dass auch heute noch der Einfluss der Juden zu groß ist.

Aussagen I

Ich lese Ihnen nun einige Aussagen über Deutschland und die Deutschen vor, zu denen es unterschiedliche Meinungen gibt. Bitte sagen Sie mir jeweils, ob Sie voll zustimmen, eher zustimmen, eher nicht zustimmen oder gar nicht zustimmen.

Nationalistische und ausgrenzende Einstellungen (Werte in Prozent)
Aussage / Gruppe Stimme voll zu Stimme eher zu Stimme eher nicht zu Stimme gar nicht zu Weiß nicht / Keine Angabe Anmerkung
Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet. 26 34 22 16 2 Zustimmung gegenüber 2023: ↓ 4 Prozentpunkte; Ablehnung: ↑ 3 Prozentpunkte Signifikant: »Stimme voll zu« ↓ 6 Prozentpunkte; »Stimme gar nicht zu« ↑ 3 Prozentpunkte
Wer schon immer hier lebt, sollte mehr Rechte haben als die, die später zugezogen sind. 23 26 20 28 3 Zustimmung gegenüber 2023: ↑ 7 Prozentpunkte; Ablehnung: ↓ 9 Prozentpunkte Signifikant: »Stimme voll zu« ↑ 5 Prozentpunkte; »Stimme eher nicht zu« ↓ 9 Prozentpunkte
Das oberste Ziel der deutschen Politik sollte es sein, Deutschland die Macht und Geltung zu verschaffen, die ihm zusteht. 13 29 21 32 5 2026 erstmals erhoben, kein Zeitvergleich
Meine persönliche Wohnumgebung ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet. 5 19 33 41 2 Zustimmung gegenüber 2023: ↓ 5 Prozentpunkte; Ablehnung: ↑ 4 Prozentpunkte Signifikant: »Stimme voll zu« ↓ 8 Prozentpunkte; »Stimme gar nicht zu« ↑ 5 Prozentpunkte
Die Verbrechen des Nationalsozialismus werden in der Geschichtsschreibung übertrieben. 2 10 24 59 5 Zustimmung gegenüber 2023: ↓ 5 Prozentpunkte; Ablehnung: → 0 Prozentpunkte Signifikant: »Stimme voll zu« ↓ 2 Prozentpunkte; »Stimme eher zu« ↓ 4 Prozentpunkte; »Stimme eher nicht zu« ↓ 5 Prozentpunkte; »Stimme gar nicht zu« ↑ 6 Prozentpunkte
Eigentlich sind die Deutschen anderen Völkern von Natur aus überlegen. 2 10 21 61 6 Zustimmung gegenüber 2023: → 0 Prozentpunkte; Ablehnung: ↓ 5 Prozentpunkte Signifikant: »Stimme eher nicht zu« ↓ 11 Prozentpunkte; »Stimme gar nicht zu« ↑ 6 Prozentpunkte

Aussagen II

Ich lese Ihnen nun einige Aussagen vor, zu denen es unterschiedliche Meinungen gibt. Bitte sagen Sie mir jeweils, ob Sie voll zustimmen, eher zustimmen, eher nicht zustimmen oder gar nicht zustimmen?

Einstellungen gegenüber muslimischem Leben (Werte in Prozent)
Aussage Stimme voll zu Stimme eher zu Stimme eher nicht zu Stimme gar nicht zu Weiß nicht / Keine Angabe Anmerkung
Durch die vielen Muslime hier fühle ich mich manchmal wie ein Fremder im eigenen Land. 19 32 25 22 2 Zustimmung gegenüber 2023: ↓ 4 Prozentpunkte; Ablehnung: ↑ 2 Prozentpunkte Signifikant: »Stimme voll zu« ↓ 5 Prozentpunkte
Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden. 12 20 28 34 6 Zustimmung gegenüber 2023: ↓ 4 Prozentpunkte; Ablehnung: ↓ 2 Prozentpunkte Signifikant: »Stimme voll zu« ↓ 4 Prozentpunkte; »Stimme eher nicht zu« ↓ 7 Prozentpunkte; »Stimme gar nicht zu« ↑ 5 Prozentpunkte
Weitere Formen gruppenbezogener Abwertung (Werte in Prozent)
Aussage Stimme voll zu Stimme eher zu Stimme eher nicht zu Stimme gar nicht zu Weiß nicht / Keine Angabe Anmerkung
Die meisten Langzeitarbeitslosen machen sich auf Kosten der Anderen ein schönes Leben. 23 38 26 12 1 Zustimmung gegenüber 2023: ↓ 5 Prozentpunkte; Ablehnung: ↑ 3 Prozentpunkte Signifikant: »Stimme voll zu« ↓ 10 Prozentpunkte; »Stimme eher zu« ↑ 5 Prozentpunkte
Ich hätte Probleme damit, wenn Sinti und Roma in meiner Nachbarschaft leben. 18 29 26 22 5 Zustimmung gegenüber 2023: ↑ 1 Prozentpunkte; Ablehnung: ↓ 4 Prozentpunkte
Einstellungen zu Gleichstellung und gesellschaftlicher Vielfalt (Werte in Prozent)
Aussage / Gruppe Stimme voll zu Stimme eher zu Stimme eher nicht zu Stimme gar nicht zu Weiß nicht / Keine Angabe Anmerkung
Diskriminierung von Frauen ist heute kein Problem mehr in Deutschland. 14 27 35 22 2 Zustimmung gegenüber 2023: ↑ 6 Prozentpunkte; Ablehnung: ↓ 8 Prozentpunkte Signifikant: »Stimme voll zu« ↑ 3 Prozentpunkte; »Stimme eher zu« ↑ 3 Prozentpunkte; »Stimme eher nicht zu« ↓ 6 Prozentpunkte
Eine sexuelle Beziehung zwischen Personen desselben Geschlechts ist unnatürlich. 13 22 25 37 3 Zustimmung gegenüber 2023: ↑ 5 Prozentpunkte; Ablehnung: ↓ 7 Prozentpunkte Signifikant: »Stimme voll zu« ↑ 3 Prozentpunkte; »Stimme eher nicht zu« ↓ 4 Prozentpunkte

Während in den vorherigen Sachsen-Monitoren die wahrgenommene Glaubwürdigkeit unterschiedlicher Mediengattungen untersucht wurde, erfasst die aktuelle Befragung, wie häufig diese Angebote zur aktiven Information über Politik genutzt werden.

Am weitesten verbreitet sind Angebote öffentlich-rechtlicher Sender. 52 Prozent nutzen diese häufig. An zweiter Stelle stehen die Angebote privater Sender. 37 Prozent nutzen sie häufig und 30 Prozent gelegentlich. Tageszeitungen in gedruckter oder digitaler Form werden von 28 Prozent häufig und von 19 Prozent gelegentlich genutzt. Soziale Medien werden von 23 Prozent häufig und von 22 Prozent gelegentlich genutzt. Damit greifen 45 Prozent mindestens gelegentlich auf Angebote wie Facebook, Instagram, X oder TikTok zurück. Video-Plattformen (z.B. YouTube) erreichen eine ähnlich große Bevölkerungsgruppe. 17 Prozent nutzen sie häufig und 24 Prozent gelegentlich. Zeitschriften und Magazine werden seltener genutzt. 11 Prozent greifen häufig und 24 Prozent gelegentlich auf entsprechende Print- oder Onlineangebote zurück. KI-basierte Informationsangebote haben bereits einen Teil der Bevölkerung erreicht. 6 Prozent nutzen Angebote wie ChatGPT oder Google AI häufig, 19 Prozent gelegentlich und weitere 18 Prozent selten. Insgesamt verfügen damit 43 Prozent zumindest über seltene Nutzungserfahrungen.  Podcasts hören 8 Prozent häufig und 16 Prozent gelegentlich, während 60 Prozent Podcasts nie zur politischen Information nutzen. Die Boulevardpresse weist die geringste regelmäßige Reichweite auf: 4 Prozent nutzen sie häufig und 14 Prozent gelegentlich.

Wie häufig nutzen Sie die folgenden Medienangebote, um sich aktiv über Politik zu informieren? Wie ist das mit …

Nutzung unterschiedlicher Medienangebote zur politischen Information (Werte in Prozent)
Medium Nutze ich häufig oder gelegentlich
Angebote öffentlich-rechtlicher Sender (Radio, Fernsehen, Online) 75
Angebote privater Sender (Radio, Fernsehen, Online) 66
Tageszeitungen (Print oder Online) 47
Social Media (z.B. Facebook, Instagram, X, TikTok) 45
Video-Plattformen (z.B. YouTube) 40
Zeitschriften und Magazine (Print oder Online) 35
KI-basierte Informationsangebote (z.B. ChatGPT, Google AI) 25
Podcasts 24
Boulevardpresse (Print oder Online) 17

Das diesjährige Sonderthema, das der Beirat zum Sachsen-Monitor gewählt hat, beschäftigte sich mit Fragen der Transformation, einschließlich der Sicherheitspolitik. Bei der Transformation geht es dem Beirat insb. um den Umgang mit und die Auswirkungen auf die Veränderungsprozesse, insb. auf die mentale Gesundheit. Daneben erscheint dem Beirat vor dem Hintergrund der globalen Herausforderungen die Erhebung der Wahrnehmung der Sachsen auf die veränderte sicherheitspolitische Lage besonders bedeutend.

Ergebnisse Einstellungen zu Veränderungen/mentale Gesundheit:

23 Prozent überfordern die Veränderungen in der Welt (49 Prozent sind gegenteiliger Meinung). Frauen (41 Prozent) sehen häufiger eine Beeinträchtigung ihres emotionalen Wohlbefindens aufgrund der Veränderungen als Männer (31 Prozent). 70 Prozent sind bereit, sich auf neue Entwicklungen und Veränderungen einzustellen. Die Offenheit gegenüber Veränderungen fällt unter jüngeren und höher gebildeten Befragten stärker aus (18- bis 29-Jährige: 86 Prozent Zustimmung, 70- bis 79-Jährige: 33 Prozent). 81 Prozent meinen, dass Entscheidungen über große Veränderungen zu oft ohne die Bevölkerung getroffen werden. Zustimmung (31 Prozent) vs. Ablehnung (30 Prozent) von KI als Chance der Wirtschaft und Gesellschaft halten sich die Waage.

Persönliche Belastung durch Veränderungen (Werte in Prozent)
Aussage Trifft voll zu Trifft eher zu Teils/teils Trifft eher nicht zu Trifft gar nicht zu Weiß nicht / Keine Angabe Anmerkung
Die Veränderungen in der Welt beeinträchtigen mein emotionales Wohlbefinden. 9 27 30 23 10 1 Zustimmung: 36 Prozent; Ablehnung: 33 Prozent
Die Veränderungen in der Welt überfordern mich. 6 17 28 34 15 0 Zustimmung: 23 Prozent; Ablehnung: 49 Prozent
Die Veränderungen in der Welt belasten mein Familienleben. 5 13 26 35 21 0 Zustimmung: 18 Prozent; Ablehnung: 56 Prozent
Trotz aktueller Veränderungen kann ich mich über Dinge in meinem Leben freuen. 48 36 12 3 1 0 Zustimmung: 84 Prozent; Ablehnung: 3 Prozent

Ergebnisse Einstellungen zur Sicherheitspolitik:

53 Prozent befürworten eine außenpolitische Strategie der EU, die auf der Zusammenarbeit mit den NATO-Staaten beruht. 35 Prozent sind für eine erweiterte NATO-Zusammenarbeit mit demokratischen Partnerstaaten, wie Japan und Australien; 18 Prozent nur für eine Zusammenarbeit mit den NATO-Staaten. Lediglich 11 Prozent wollen eine stärkere Zusammenarbeit mit Russland.

39 Prozent sind für Waffenlieferungen an angegriffene Staaten zur Selbstverteidigung; 32 Prozent sind dagegen. Männer stimmen häufiger zu als Frauen (50 Prozent ggü. 29 Prozent).

52 Prozent unterstützen die Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht. Unter den 60- bis 69-Jährigen beträgt die Zustimmung 63 Prozent, unter den 18- bis 29-Jährigen lediglich 30 Prozent.

Die EU sollte in globalen Fragen … (Werte in Prozent)
Aussage Als bevorzugte Form der Zusammenarbeit genannt
… neben den Staaten der NATO weltweit stärker mit weiteren demokratischen Staaten (z.B. Australien oder Japan) zusammenarbeiten. 35
… verstärkt eigenständig und unabhängig handeln. 26
… vor allem wie bisher mit den Staaten der NATO zusammenarbeiten. 18
… stärker mit Russland zusammenarbeiten. 11
Wehrpflicht und internationale Sicherheitsfragen (Werte in Prozent)
Aussage Stimme voll zu Stimme eher zu Teils/teils Stimme eher nicht zu Stimme gar nicht zu Weiß nicht / Keine Angabe Anmerkung
Die Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland wäre sinnvoll, um die Verteidigungsfähigkeit zu stärken. 26 26 19 14 14 1 Zustimmung: 52 %; Ablehnung: 28 %
Militärische Maßnahmen sind manchmal notwendig, um internationale Konflikte zu lösen. 13 23 26 18 17 3 Zustimmung: 36 %; Ablehnung: 35 %
Waffenlieferungen an angegriffene Staaten sind gerechtfertigt, um deren Selbstverteidigung zu ermöglichen. 17 22 25 14 18 4 Zustimmung: 39 %; Ablehnung: 32 %

Ergebnisse als Download

Auf Anfrage stellen wir Ihnen den SPSS-Datensatz für wissenschaftliche Zwecke gern zur Verfügung.

Fazit zum Sachsen-Monitor 2026

Der Erhebungszeitraum im Sommer 2026 war geprägt von zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheiten (u.a. gestiegene Spritpreise), die Entwicklung der Lebenshaltungskosten, internationalen Kriegen und Konflikten (Ukraine/Russland, Iran/USA/Israel) sowie die Diskussion über die wirtschaftliche und technologische Transformation. Hinzu kommen Fragen der Zuwanderung, des demografischen Wandels, der regionalen Entwicklung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Diese Themen werden im Sachsen-Monitor sowohl durch fortgeführte Fragen als auch durch das vom Beirat ausgewählte diesjährige Sonderthema »Transformation« zu grundlegenden Veränderungen aufgegriffen.

Insgesamt zeigt der Sachsen-Monitor 2026 eine Bevölkerung, die ihr persönliches und lokales Lebensumfeld vielfach positiv beurteilt, zugleich aber mit erheblicher Skepsis auf die wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Entwicklung blickt. Die Demokratie bleibt als Regierungsform breit unterstützt. Kritik richtet sich vor allem auf ihre praktische Funktionsweise, die wahrgenommene politische Repräsentation, soziale Gerechtigkeit und die Beteiligung der Bevölkerung. Das Gesamtbild ist damit weder einheitlich negativ noch uneingeschränkt positiv. Es ist geprägt von persönlicher Stabilität bei gesellschaftlicher Verunsicherung, demokratischer Grundüberzeugung bei politischer Distanz sowie grundsätzlicher Veränderungsbereitschaft bei gleichzeitigem Zweifel an der eigenen Vorbereitung und der Einbindung der Bevölkerung. Diese Spannungsverhältnisse bilden den zentralen Befund des Sachsen-Monitors 2026.

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